Clean Labeling - Healthy Trend or Sneaky Consumer Trap?

Das sogenannte "Clean Labeling" hat sich in der Lebensmittelindustrie etabliert - obwohl es keine gesetzliche Definition im Auftrag der FDA oder anderer Behörden gibt. Während "clean labeling" den Menschen ein gutes Gefühl gibt, wissen die Verbraucher immer noch nicht, welche Zutaten verwendet werden und dass die Lebensmittel, die sie konsumieren, alles andere als sauber sind.

"Clean labeling" – ein Versuch, eine Definition zu finden

"Clean Labeling" bedeutet das Bewerben von Lebensmitteln mit dem Hinweis, dass das Produkt bestimmte Zutaten nicht enthält. Dadurch wird dem Verbraucher vermittelt, dass es sich um gesunde Lebensmittel ohne Zusatzstoffe handelt. In vielen Fällen bezieht sich dies auf Zutaten, die der Verbraucher als ungesund empfindet oder die er aus anderen Gründen ablehnt. Dazu gehören insbesondere künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel, Aromen, Geschmacksverstärker, genetisch veränderte Lebensmittel und Nährstoffe wie Zucker oder gehärtete Fettsäuren. Darüber hinaus wird auf diesen Etiketten oft die Angabe "aus natürlichen Zutaten hergestellt" gemacht, was die natürliche Herkunft betonen sollte. Die etikettierten Produkte sind oft nicht so natürlich, wie auf der Verpackung suggeriert wird. Unzufriedene Zusatzstoffe werden durch deklarationsfreundliche Alternativen ersetzt, die eine ähnliche Wirkung haben, aber nicht gesetzlich als Zusatzstoff gekennzeichnet werden müssen.

Ein Versprechen brechen

Wenn ein Lebensmittel mit "keine künstlichen Farbstoffe" gekennzeichnet wurde, bedeutet dies nicht, dass das Lebensmittel überhaupt keine Farbstoffe enthält. Es gibt Lebensmittelfarbstoffe wie Tomaten- oder Paprikapulver, Safran- oder Rote-Beete-Saft, die legal im Endprodukt enthalten sein können, auch wenn dieses mit "keine künstlichen Farbstoffe" gekennzeichnet ist. Lebensmittel, die mit solchen zusätzlichen Farbstoffen gewürzt sind, geben vor, von höherer Qualität zu sein. Ein ähnliches Beispiel ist das Etikett "keine künstlichen Aromen". Dieses Etikett richtet sich insbesondere an Kunden, die auf künstliche Zusatzstoffe wie Glutamat verzichten wollen. Dennoch können einige Lebensmittel diese Zusatzstoffe enthalten, auch wenn auf dem Etikett etwas anderes steht. In diesen Fällen ist der Zusatzstoff Teil einer anderen Zutat. Nehmen Sie zum Beispiel Hefeextrakt oder Sojaprotein. Da Glutamat ein natürlicher Bestandteil von Hefeextrakt ist, muss es nicht auf der Zutatenliste erwähnt werden.

Konsumentenverwirrung, regulatorische Freiheiten und komplizierte Wissenschaft

Viele Hersteller verwenden "Clean labeling", um für ihre Produkte zu werben, obwohl es keine Vorschriften oder Definitionen im Auftrag der Behörden oder der FDA gibt. Bei "Clean Labeling" handelt es sich eher um einen Prozess, der einerseits von den Verbrauchern ausgelöst und andererseits von der Lebensmittelindustrie beantwortet wurde. Da es keine gesetzlichen Regelungen oder Definitionen für den Begriff gibt, basiert er in erster Linie auf der Wahrnehmung des Verbrauchers. Ein großes Problem ist, dass die Verbraucher oft nicht wissen, welche Begriffe auf einer Zutatenliste stehen. Dies wird noch dadurch erschwert, dass viele Zutaten Synonyme haben. Daher ist es nicht Aufgabe der FDA, eine einheitliche Regelung für eine saubere Kennzeichnung zu finden, sondern zunächst einmal die Verbraucher über die Inhaltsstoffe und ihre unterschiedlichen Bezeichnungen aufzuklären. Es geht nicht in erster Linie um die Erklärung von Begriffen, sondern darum, ihnen ein Verständnis für die Wissenschaft zu vermitteln. Die Verbraucher wollen Einfachheit, aber sie müssen verstehen, dass Wissenschaft alles andere als einfach ist. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, eine gemeinsame Basis zu finden. Die grösste Herausforderung besteht darin, den Spagat zwischen der Vermittlung von Sicherheit einerseits und der Vermittlung von Wissen andererseits zu schaffen.

Ohne die notwendige Kenntnis darüber, wofür bestimmte Zutatenbegriffe stehen, ist es für den Verbraucher schwierig zu wissen, ob ein Produkt wirklich frei von den entsprechenden Substanzen ist. Aus diesem Grund ist eine saubere Kennzeichnung eher geeignet, den Verbraucher zu verwirren. Deshalb ist es wichtig, ein gemeinsames Verständnis dafür zu schaffen, was saubere Kennzeichnung bedeutet und was sich hinter den einzelnen Inhaltsstoffen verbirgt.

Referenzen:
https://www.fooddive.com/news/clean-label-movement-faces-consumer-confusion-and-regulatory-hurdles/545799/
http://blog.ift.org/what-is-clean-label  
https://www.preparedfoods.com/articles/120827-clean-label-trends