The Importance of Packaging

Die Menge an Verpackungsmüll, die jährlich produziert wird, ist nicht nur immens, sondern trägt auch zur Verstärkung der weltweiten Umweltverschmutzung bei. Insbesondere Plastik und nicht recyclebare Materialien verschlimmern diese Situation. Da die Produktion von Müll Jahr für Jahr ansteigt, ist es umso wichtiger dafür eine Lösung zu finden. Inzwischen gibt es immer mehr Geschäfte, die auf Verpackungen verzichten. Doch ist das die Lösung? Food Safety Exchange erklärt was verpackungsfreie Geschäfte sind und warum Verpackungen trotzdem wichtig und unverzichtbar bleiben.

In vielen europäischen und US-amerikanischen Städten findet derzeit eine Zeitreise statt: Immer mehr verpackungsfreie Geschäfte öffnen ihre Türen. Dabei sind die sogenannten "Zero Waste Shops" alles andere als neu: Das Prinzip keinen Abfall zu hinterlassen, lässt sich bereits einige Jahrhunderte zurückdatieren. In Zeiten, wo es noch kein Plastik gab, war es Gang und Gebe eigene Behälter mitzubringen, die Lebensmittel zu wiegen und diese in den eigenen Körben, Krügen oder Schalen nach Hause zu transportieren. Heutzutage funktionieren die verpackungsfreien Geschäfte ähnlich. Lebensmittel werden größtenteils unverpackt, teilweise in großen, wiederverwendbaren Behältern angeboten. Der Kunde bestimmt die genaue Menge, die er kaufen möchte, selbst, indem er die Lebensmittel wiegt und in seine eigenen Behälter abfüllt. Kunden, die keinen eigenen Behälter mitgebracht haben, können diesen meist in verpackungsfreien Geschäften vor Ort käuflich erwerben.

Die Vorteile unverpackter Lebensmittel sind offensichtlich: Da Konsumenten nur so viele Lebensmittel kaufen wie sie auch brauchen, landen später weniger Lebensmittel im Müll. Zudem werden Ressourcen geschont, indem sie nicht mehr für unnötig viel Verpackung herhalten müssen. Dass wir heutzutage viel mehr Verpackungsmaterial verbrauchen als noch vor einigen Jahrzehnten, hängt mit den veränderten Lebensumständen zusammen durch die sich auch das Konsumentenverhalten verändert hat. Singlehaushalte, kurze Mittagspausen und die fehlende Motivation sich eine Mahlzeit selber zuzubereiten, sind nur wenige der Gründe, die dazu beigetragen haben, dass Convenience Food inzwischen von einem Großteil der Konsumenten vorgezogen wird. Doch ein Salat, der bereits fertig zubereitet ist, ist nicht nur bequem, sondern produziert eben auch viel Müll. Verpackungsfreie Geschäfte wollen daher diesem Trend entgegensteuern.

Oft wird vergessen, dass Verpackungen jedoch eine wichtige Rolle spielen. Im Prinzip erfüllen sie drei ausschlaggebende Funktionen: Sicherheit, Logistik und Marketing. Da unverpackte Lebensmittel mit Fremdkörpern in Berührung kommen können, schützt eine Verpackung sowohl vor Verschmutzung als auch vor Beschädigung. Daher gibt es nur wenige Lieferanten, die darauf verzichten wollen würden ihre Produkte unverpackt in Umlauf zu bringen. Während lokale Anbieter möglicherweise kein Problem darin sehen, ist es für Großhändler nahezu unmöglich ihre Produkte unverpackt zu transportieren. Viele Produkte müssen zudem auch eine längere Lagerung überstehen. Dabei schützen Verpackungen die Lebensmittel vor Verderben und anderweitigem Qualitätsverlust. Für viele Produkte sind Verpackungen auch ein unverzichtbares Marketinginstrument. Eine Verpackung kann nicht nur ein Blickfang sein, sondern ist auch das Identifizierungsmerkmal der jeweiligen Marke. Schließlich erkennen Konsumenten ein Produkt anhand dessen Verpackung und können es somit von anderen unterscheiden.

Führt man sich diese Argumente vor Augen, dann ist es auch nicht verwunderlich, dass kaum ein Mitglied der Lieferkette daran interessiert ist, auf Verpackungen zu verzichten. Auch Experten prognostizieren, dass verpackungsfreie Geschäfte nicht zu einem Haupteinkaufsort werden, sondern vielmehr eine vielversprechende Gelegenheit sind, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Doch wenn verpackungsfreie Supermärkte nicht die ersehnte Lösung sind um Verpackungsabfälle drastisch zu reduzieren, was ist dann die Lösung? Vielleicht ist es die Verpackung selbst. Das Hauptproblem heutzutage liegt darin, dass eine große Menge an Verpackungsmaterialien derzeit nicht wiederverwertet werden können. Ein einzelner, handelsüblicher Jogurt Becher zum Beispiel enthält rund 600 Chemikalien. UV-Stabilisatoren, Antioxidantien und weitere Streckmittel sorgen dafür, dass der Becher sowohl leichtgewichtig als auch hitzebeständig ist. Das sind zwar wichtige Eigenschaften, jedoch sorgen auch eben jene Komponenten dafür, dass die Verpackung nicht vollständig recyclebar ist.

Umweltverträglichkeit und wirtschaftliche Intentionen sind oft in der Realität nicht miteinander kombinierbar. Verpackungsfreie Märkte mögen zwar den Einzelnen dazu bewegen umweltbewusster zu leben, jedoch sind sie derzeit noch nicht massentauglich. Stattdessen muss auf anderen Wege eine Lösung gefunden werden. Eine große Rolle spielen dabei Forschung und technologischer Fortschritt. Ein Mangel an wiederverwertbaren Materialien besteht derzeit zwar eigentlich nicht, jedoch müssen sowohl Verbraucher als auch Produzent damit beginnen, diese auch zu verwenden. Umso wichtiger ist es daher recyclbare Verpackungsmaterialien zu finden, die sowohl umweltfreundlich als auch geschäftsfreundlich sind. Davon profitiert am Ende jeder einzelne.

Referenzen:
https://www.theguardian.com/lifeandstyle/shortcuts/2017/aug/31/back-to-the-future-the-zero-waste-supermarket
https://www.beunpackaged.com/
http://www.pfree.co.uk/tag/unpackaged-food/
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-03/plastik-verpackungen-oekodesign-michael-braungart-interview